Donnerstag, 22. Dezember 2011

Unfrohe bis traurige Erstklässler

Nachdem mir die Bahn eine Schnupper-Bahncard für die erste Klasse geschenkt hat und die Züge vor Weihnachten immer brechend voll sind, habe ich mir eine Bahnfahrt erster Klasse nach Berlin gegönnt. Was mir auch schon früher aufgefallen ist, wenn ich mal durch die erste Klasse gegangen bin: kein Passagier hier mach einen zufriedenen Eindruck, alle haben unfrohe bis traurige Gesichter. Fröhlich ist schon gar keiner. Da werden Zeitungen verschenkt und Bestellungen aus dem Restaurant geliefert, aber glücklich werden die Leute hier irgendwie nicht damit.
Egal, nicht mein Problem. Ich freu mich an dem breiten Einzelsessel mit mega viel Beinfreiheit. Und auch der Internetempfang ist hier besser als in der 2. Klasse.

Dienstag, 29. November 2011

Da flog die Laterne in die Luft

Nein, beim novemberlichen Laternelaufen wird jetzt noch nicht geböllert wie zu Sylvester, obwohl das sicher irgendwann noch mal Mode wird. Denn nur beschauliche Laternen herumzutragen und zu singen wird den "Kids" sicher bald zu langweilig.

Vielmehr beobachtete ich kürzlich beim Joggen auf einer Parklichtung eine Gruppe mit Laternen. Das war hübsch anzusehen. Doch plötzlich erhob sich eine grosse helle Laterne aus der Gruppe und stieg rasch in die Höhe. Kindergeheul erhob sich, das mormalerweise nur stattfindet, wenn die Laterne ungewollt abfackelt. Aber das war wohl nur ein Heissluftballon, der da in die Luft flog. Immer höher und höher stieg er und war noch minutenlang wie ein Stern am Himmel zu sehen, bis er hinterm Häuserhorizont verschwand.

Übrigens ist mir beim Laternelaufen im Kindergarten die Laterne abgefackelt. Als ich meinen Vater fragte, ob er das wieder reparieren könnte, meinte er. daß die Laterne unwiederbringlich dahin ist. Das war das erste Mal, daß ich bemerkte, daß ein Papa eben doch nicht alles kann *GG*.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Kleine Tyrannen sind auch zur Einsicht fähig

Durch Batgirls Buchtipp

http://batgirl-kreativsein.blogspot.com/2011/10/die-klugscheisserin.html

ist mir die folgende Sache wieder eingefallen, die sich vor ein paar Wochen zutrug.

Im Supermarkt randalierte ein kleiner Junge (etwa 4 jahre alt) an der Hand seiner Mutter. Der wollte einfach alles kaufen was er sah und die Mutter hat ihn vergeblich auf eine Banane im Auto vertröstet. Der Kleine hatte eine regelrechte Psychose, schrie permanent in voller Laautstärke und keifte in den höchsten Tönen.

Als ich an der Kasse stand kam es wie es kommen musste: die Frau mit Heulboje stellte sich hinter mich und ich konnte das Gezeter aus nächster Nähe anhören. Na super! Mir ging es gewaltig auf den Keks.

Bis ich zu dem Kleinen sagte: Also Du bist ja unglaublich böse zu Deiner Mutter. Deine Mutter tut mir leid, so wie Du Dich benimmst. Schlagartig war der Kerl still. Die Mutter konnte es erst nicht fassen und bedankte sich dann bei mir. Und nach einer Minute bedankte sie sich nochmal, weil das Kerlchen immer noch am Nachgrübeln und mucksmäuschenstill war. Zum dritten Mal bedankte sie sich, nachdem ich meine Einkäufe verpackt hatte und den Supermarkt verliess.

Montag, 17. Oktober 2011

Wir sind die 99%!

Die ganzen letzten Jahre habe ich euch gelangweilt mit Posts zur Finanzkrise. Und der Höhepunkt dieser Krise ist noch lange nicht erreicht.

Warum wir die Krise haben, ist aus meiner Sicht ganz einfach zu erklären.

1. Zentralbanken insbesondere die der USA haben eine lockere Geldpolitik für Privilegierte (Banken) betrieben und damit Spekulationsblasen angeheizt. Billig geborgtes Geld wurde leichtsinnig und massiv fehlinvestiert, sodaß es jetzt nicht zurückbezahlt werden kann.

2. Demokratisch gewählte Regierungen haben in unvernünftigem Maße Schulden aufgenommen und stehen jetzt vor dem Bankrott.

3. Die Bevölkerung hat all dies geschehen lassen ohne sich zu wehren.

An Punkt 3 können wir alle arbeiten und das verbessern. Wenn Politiker jetzt falsche Entscheidungen treffen, kostet das euch die Ausbildung und die Zukunft eurer Kinder. Darum schaut den Politikern genau auf die Finger und lasst nicht alles mit euch machen.




Dienstag, 20. September 2011

Krosse Luft mit Mohn

Kürzlich war ich in einer Konditorei und hab mir ein riesiges Mohnbrötchen gekauft. Beim Reinbeissen knusperte es wunderbar und verströmte einen herrlichen frische Brötchen Duft. Nur im Mund hatte ich eigentlich nichts. Die meiste Substanz kam wohl vom Mohn und es war wohl nur so viel aufgeblasener und gebackener Teig dabei, daß es auch Backwarenaroma verströmte.Das Brötchen war wohl eher als Träger für das Backwarenaroma konzipiert und nicht als Ernährungssmittel. Brötchen konnte man das echt nicht mehr nennen. Aber als kalorieenarme Leckerei für zwischendurch war es eigentlich prima :D!

Montag, 29. August 2011

Kreischen, wie wenn ein Zug bremst

Am Donnerstag Nachmittag kam ich in Berlin Hauptbahnhof an. Während ich den Bahnsteig entlang zum Ausgang ging, kreischten Zugbremsen und das wollte gar nicht mehr aufhören, obwohl da gar kein Zug hielt. Ausserdem klang das Kreischen wie von einer Violine gespielt. Immer noch kreischte es. Ich überlegte, ob ich akustische Halluzinationen hatte. Immer noch kreischte es ununterbrochen. So lange kann kein Zug bremsen. Dann war Ruhe. Als ich beim Bäcker Brezeln kaufte, ging die ohrenbetäubende Kreischerei von neuem los. Die Bäckersfrau machte ein schmerzverzerrtes Gesicht, wie wenn der Zahnarzt immer fester und fester auf den Nerv drücckt. Da sah ich, daß das Kreischen von einem Musikstand im Untergeschoss kam, wo eine Violinistin ein modernes Stück aufführte. Die Bäckersfrau meinte, daß sie das noch 2 Stunden aushalten muss :-(. Es handelt sich um diese Veranstaltung:

http://www.ohrenstrand.net/index.php/kalender/termine/231

So viel zu den Veruchen der neuen E-Musik volkstümlich zu werden *GG*.


Sonntag, 21. August 2011

Sonntagsruhe, ungeheure Rumpelfässer und Donnergrollen

Gerade hatte ich mich am Sonntagmorgen ein bischen festgelesen, schon wackelt das Haus, daß man keinen klaren Gedanken fassen kann, weil ein Trommel- und Fanfarenzug an der Kreuzung stehenbleibt. Da kommt mir natürlich Sebastian Virdungs "Musica getutscht und außgezogen" aus dem Jahr 1511 in den Sinn. Der witterte in den damals neu aufkommenden Pauken (ungeheure Rumpelfesser) Teufelswerk, das nur für Unruhe bei den alten und kranken Menschen bewirkt und die Leute in den Klöstern beim Lesen, Studieren und Beten stört. Folglich musste es ja so kommen: Flugs verdunkelte sich der Himmel, der Donner grollte, sodaß die Rumpler im Regen weiterziehen mussten.

Hier der Virdungs amüsanter Text eingesprochen von Olaf Casalich (Ougenweide).



Hier noch die hinreissende Version von Tourdion, die Ougenweide live letzten Sonntag in Saarbrücken spielte. Was der Schlagzeuger im Hintergrund so alles trommelt, versuche ich schon die ganze Zeit nachzuvollziehen. Aber es ist so sagenhaft komplex, daß ich nicht dahinterkomme. Der Trommler im roten Hemd ist eben jener Olaf Casalich, mittlerweile auch schon über 60 Jahre.